Artlandtour von Lingen/Ems nach Bersenbrück an der Hase

Zusammenfassung:

Radwanderer des SGV-Münster haben am 22.08.15 eine 75 km lange Tagesradtour von Lingen/Ems durch das Artland nach Bersenbrück an der Hase unternommen. Beachtenswert waren die nicht vermuteten Steigungen, der großartige Maiwald bei Bippen sowie die Schlösser Fürstenau, Eggermühlen und Loxten. Die Fernwanderwege „Hollandgängerweg, Hünenweg und Bersenbrücker Landweg“ lagen teils im Bereich der Wegeführung. Nicht zuletzt haben der gewaltige „Artländer Dom“ in Ankum und die Klosteranlage Bersenbrück, unmittelbar an der Hase gelegen, alle Teilnehmer sehr beeindruckt.

Wanderführung, Text und Fotos: Werner Schmitz

Ein ausführlicher Bericht findet sich am Ende der Fotoserie (schm-04-09-2015)

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Rathaus und Marktplatz Lingen / Ems

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Natur pur

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Ohne Worte

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Auf dem Hollandgänger Weg

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Das Schloss in Fürstenau - Entstehung 1344

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Bogengänge des Schlosses Fürstenau

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Die Radwandergruppe vor dem Schloss Fürstenau

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Innenstadt von Fürstenau

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Die Nord-Ost-Bastion der ehem. Festung Fürstenau aus 1527

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Jugend unterwegs

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Renovierte Evgl. Stadtkirche Fürstenau, Ursprung 14 Jh.

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Artland-Bauernhof in Dalum

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Waldschule im Maiburger Wald mit vielen Themenwegen

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Wegeführung des Hünenweges in der Tangenschlucht 

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Die historische Egger-Mühle

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Das Schloss Eggermühlen derer von Boeselager

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Ein Artlandgutshof mit typischem Fachwerk

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Ein historisches Bauernhaus aus 1770

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Das Wasserschloss Loxten; Niederländischer Klassizismus

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Außenanlagen des Schlosses Loxten

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Wander-Symbol des Bersenbrücker Landweges

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Artländer Gutshof mit Torbogen

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"Artländer Dom" (eine Art Wehrkirche) in Ankum

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Artländer Hof mit typischem Fachwerk

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Ansicht des ehem. Klosters Bersenbrück, Ursprung 1231

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Der Hasefluss in Bersenbrück

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Ausführlicher Fahrtbericht

Am 22.08.2015 haben sich Radwanderer des SGV-Münster aufgemacht, um von Lingen an der Ems nach Bersenbrück an der Hase zu radeln.

Auf schönen Wegen ging es zunächst aus der Stadt (20 m NN) hinaus nach Osten. Vorbei an kleineren Ortschaften wurde schließlich der Windmühlenberg (91 m NN) bei Rentrup erreicht. Dort verläuft auch der den Münsteranern schon bekannte Hollandgängerweg. Diesen Weg benutzten schon vor über 300 Jahren Tagelöhner, um sich als Handwerker, Wanderarbeiter oder Mägde für 2-4 Monate zwischen Groningen und Amsterdam zu verdingen, weil sie in der Heimat keine Arbeit fanden.

Bergab ging es weiter auf Nebenwegen nach Fürstenau (44 m NN), der früheren Grenzburg der Osnabrücker Fürstbischöfe aus 1345. Immerhin ist der heutigen Samtgemeinde ein beindruckendes Schloss – mit Bürgerpark – verblieben, das die Stadtverwaltung beherbergt.

Das Wahrzeichen der Stadt ist der Festungshelm aus 1630. Die Fotos zeugen von einer lebhaften, sympathischen Mittelstadt. Leider konnte die vorzüglich renovierte evangelische Stadtkirche (Ursprung 14. Jh.), weil verschlossen, nur anlässlich der Vortour besichtigt werden.

Aus der Ebene mussten die Radler erneut eine kirchturmähnliche Höhe (auf 105 m NN) überwinden, um ins eigentliche Artland zu gelangen. Auf der besagten Höhe wurde der Maiburger Wald (Nähe Bippen) auf verlässlichen Wegen durchquert, vorbei an einer Waldschule mit zahlreichen Themenwegen. Ein geschützter Rastplatz an der Tangenschlucht (zugleich Hünenweg) war sehr willkommen.

Leicht hügelig sowie bergab führte der Weg dann zum Schloss Eggermühlen, entstanden aus einem freien Rittersitz des 13. Jh., das sich seit 1654 im Besitz des Rittergeschlechtes derer von Boeselager befindet. Das Schloss wurde 1714-1718 im Barockstil neu errichtet, am Bau der Orangerie war auch Johann Conrad Schlaun beteiligt. Besonderes Interesse galt zuvor der alten Egger-Mühle im Tal, die von einem Trägerverein sorgsam hergerichtet wurde und betriebsbereit gehalten wird.

Das nächste Ziel war das Wasserschloss Loxten, das zur Samtgemeinde Artland (Quakenbrück) gehört. Schon im 11. Jh. soll hier ein Hauptsiedlungspunkt auf einer Motte (Erdaufschüttung) bestanden haben, ca. 1450 wurde daraus das Rittergut der Familie von Dinklage.

Später erwirbt der preußische General von Hammerstein (1839-1927) das Rittergut. Schloss und Gut befinden sich noch heute im Besitz des Familienzweigs derer von Hammerstein-Loxten. Die Gesamtanlage entspricht baulich dem Niederländischen Klassizismus, sie befindet sich in einem hervorragenden Bauzustand, was auf eine gesunde finanzielle Basis schließen lässt. Das Wasserschloss ist von größeren Teichen und parkartigen Waldungen umgeben.

Das nächste Ziel war Ankum mit seiner gewaltigen Wehrkirche, dem „Artländer Dom“, der alle Teilnehmer sehr beeindruckt hat. Er wird von einem dreigeschossigen Unterbau getragen, der am Hang des Vogelberges liegt und dessen Turm heute über 80 m emporsteigt. Die Kirchenburg war durch mehrfaches Mauerwerk gestützt und geschützt. Die umgebende Kirchhofsmauer wurde kürzlich restauriert.

Zum Abschluss erreichte die Radwandergruppe Bersenbrück, unmittelbar am Hasefluss gelegen. Hier gründete die adelige Familie von Ravensberg nach einer überstandenen Fehde 1231 ein Zisterzienserkloster. Kloster und Grundbesitz befinden sich seit 1824 in der Hand der Hannoverschen Klosterkammer.

Nach einem anstrengenden, aber erfüllten Besichtigungstag auf vielseitigen Wegen, fuhr die Radwandergruppe von Bersenbrück aus mit der Bahn nach Münster zurück.

Werner Schmitz

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