Auf dem Rad mit Kultur durch die Natur

 

Zusammenfassung:

Am 26.09.15 starteten 16 RADWANDERER bei angenehmer frühherbstlicher Witterung zu einer gemischten Natur- und Kultur-Rundfahrt. Die Fahrt führte durch Bauerschaften zunächst nach Laer, um nach Überwindung eines Höhenzuges auf der Bahn-Rad-Trasse zum schön gestalteten Bahnhof Darfeld und anschließend zu dem gleichnamigen Wasser-Schloss zu fahren.

Am weiteren Weg nach Osterwick konnte die Gedenkstätte für ein früheres Trappistenkloster – mit zahlreichen Hinweisen - entdeckt werden. Besonders beeindruckte die gewaltige Osterwicker Pfarrkirche mit ihren 3 Türmen und einem großen Kuppelanbau als Oktogon.

Das Wasserschloss Valar zeigte sich von einer sonnigen Seite; Gelegenheit für ein Gruppenfoto der Radler. Die weitere Tour führte über Lutum und Osthellen nach Billerbeck und von dort nach Havixbeck zurück.

Eine Einzelbeschreibung findet sich nach der Fotoserie.

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Wanderführung, Text und Fotos: Werner Schmitz

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Hier vorab die Radwanderer am Tor von Varlar

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Haus Havixbeck, Renaissance-Burg aus 1562 - Freiherren von Twickel ab 1601 

 

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Haus Havixbeck - Rückfront mit Treppenturm

 

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Orientierung ist immer wichtig!

 

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Eine gemütliche Pause in Laer I

 

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Pause in Laer II

 

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Die Fahrrad-Bahn-Trasse Rheine - Lutum

 

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Modernes Landleben, aber mit Ressourcenverbrauch - Mais zur Energiegewinnung

 

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Der neu und sehr schön gestaltete ehemalige Bahnhof von Darfeld

 

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Bahnhof Darfeld: Ein schöner Platz für Pausenaktivitäten

 

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Park des Wasserschlosses Darfeld

 

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Wasserschloss Darfeld - soweit im Sommer frei sichtbar

 

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Die historischen Arkaden des Innenhofes im Stil venizianischer Renaissance  (1616)

 

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Der bekannte Rad- und Wanderweg am Schloss Darfeld

 

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Naturkirche mit Blätterdach: Gedenkort für die Darfelder Trappisten

 

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Die Türme der Osterwicker Pfarrkirche

 

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Der gewaltige Kirchenanbau in Oktogonform aus 1904

 

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Osterwicker Kirche - Gesamtansicht

 

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Der historische Treppengiebelturm aus 1200 zwischen den neuen Glockentürmen

 

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Schlossteiche des Wasserschlosses Varlar

 

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Das Schloss Varlar - früher Kloster - im Bauzustand von 1828

 

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Nochmal: die Teilnehmer der kulturgeneigten Radwanderung

 

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Die repräsentativ-klassizistische Ostfassade des Schlosses Varlar

 

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Eindeutige Wege-Orientierung durch die Billerbecker Zwillingstürme

 

Auf dem Rad mit Kultur durch die Natur

Einzelbeschreibung:

 

Am 26.09.15 haben sich 16 Radwanderer, bei überwiegend sonnigem, schon herbstlich eingefärbtem Wetter, vom Bhf Havixbeck aus auf einem leicht hügeligen Rundweg zu verschiedenen Besichtigungspunkten begeben.

Zunächst führte der Weg durch die Bauerschaften Poppenbeck und Temming sowie über Holthausen nach Laer. Wie gerufen erschien dort zur Morgenstunde die Besitzerin des Eiscafes am Pausenplatz. Zur Freude der Radler konnten alle Kundenwünsche erfüllt werden.

Weiter ging es bergan in Richtung Bhf Horstmar, um alsbald auf der Bahn-Rad-Trasse nach Darfeld zu fahren. Den Bereich des Bahnhofs Darfeld hat eine örtliche Gemeinschaft sehr schön und zweckmäßig, als „Generationenpark" mit zahlreichen Bänken und interessanten Geräten für gymnastische Übungen, ausgestattet. Informationstafeln erklären die umgebende Natur (z.B. die Vechtequelle) und die Historie des Bahnwesens vor Ort.

Vom Bahnhof Darfeld aus ist es nur ein relativ kurzer Weg zum Wasserschloss Darfeld, das bereits 1680 (vor 325 Jahren) von der Familie Droste zu Vischering käuflich erworben wurde und seitdem von der Eigentümerfamilie bewohnt wird. Eine Ausnahme waren die Kriegsjahre und die Zeit nach dem II. Weltkrieg bis 1962, als das Schloss wechselnd von verschiedenen sozialen Einrichtungen genutzt wurde. Die Droste zu Vischerings waren seit 1271 als „Droste" und „Erbdroste" des Münsteraner Fürstbischofs als sog. Dienstadel auf der Lehnsburg Vischering in Lüdinghausen beheimatet.

Als bemerkenswertes architektonisches Kleinod gilt der von Gerhard Gröninger von 1612 – 1616 geschaffene Arkadentrakt im Stil der venizianischen Renaissance. Schloss und Kapelle stehen unter Denkmalschutz.

Danach radelte die Gruppe durch den Schlosspark aufwärts zum Rosendahler Kreuz am Klosterweg in der Nähe von Osterwick. Versteckt in einer größeren, begrünten Andachts-Laube, finden sich neben einem Steinaltar 4 größere Bänke sowie Informationstafeln über das dort von 1795 bis 1825 bestehende Trappistenkloster mit zunächst 79 Ordensleuten und 42 Nonnen. Die Ordensangehörigen waren nach der Französischen Revolution von 1789 vor Napoleon geflohen, sahen sich aber in Preußen zunehmend mit einem religionsfeindlichen Staat konfrontiert. Das Gelände wurde von dem Erbdrosten zu Vischering als Pachtland zur Verfügung gestellt.

Auf kurzen Wegen gelangte die Radlergruppe zur großen Kirche St. Sebastian und St. Fabian nach Osterwick, deren zwei markante Kirchtürme und die 1904-1908 angebaute große Oktogonkuppel (Achteck) schon von der Hochebene aus imponierend zu sehen waren. Die Pfarrgründung geht auf die Jahre 1023-32 zurück; mittelalterlich gehörte die Pfarre zum Archediakonat Winterswijk im Bistum Utrecht; darüber hinaus von 1122-1803 zur Klosterpropstei Valar. Das Hauptschiff aus 1250 ist ein romanisches Längshaus mit einem Treppengiebelturm aus 1250, der zwischen den neuen Glocktürmen noch zu sehen ist. Das Innere konnte wegen der Kirmes leider nicht besichtigt werden. Dort ist ein Taufstein aus 1200 vorhanden, außerdem ein altes Kapitelkreuz aus 1280 sowie ein Kronleuchter aus 1620, beides aus dem früheren Kloster Varlar stammend.

Nach der Mittagsrast führte (um 13.45 h) der weitere Weg über die Varlarer Höhe zu dem früheren Kloster und heutigen wunderbaren Wasserschloss Varlar in die Ebene, das von der fürstlichen Familie zu Salm-Horstmar bewohnt wird und nur von außen besichtigt werden kann. Vor allem die repräsentative Ostfassade (Richtung Billerbeck) zeigt den klassizistischen Stil des 1828 von Adolf von Vagedes auf den Resten des Klostergebäudes durchgeführten Baumaßnahmen.

Ursprünglich wurde Varlar (um 1122) durch den Cappenberger Grafen Gottfried als Prämonstratenserpropstei und Tochterkloster auf dessen Gut Varlar gegründet. Im Zuge der Säkularisation kam es 1803 in den Besitz der schon erwähnten Fürstenfamilie zu Salm-Horstmar.

Die letzte Etappe führte über Lutum und Osthellen sowie entlang der Berkel nach Billerbeck. Die schon aus der Ferne zu erkennenden 100 m hohen Doppeltürme des neugotischen (1892-1898) „Billerbecker Domes" dienten als Zielmarke.

Aber auch die Johannis-Kirche (1234), ein früheres Archediakonat, zeigte sich mit ihrem 78 m hohen Turm durchaus selbstbewusst. Während die Kirche durch eine Hochzeitsmesse belegt war, machte der Johannis-Kirchplatz (aus 1492/1513) mit der ringförmigen Bebauung des „Kirchhofes" auf sich aufmerksam. Eine nicht mehr so häufig anzutreffende historische Bebauung. Die Kultur-Natur-Route zwischen Havixbeck - Laer – Darfeld – Osterwick - Valar und Billerbeck ging langsam dem Ende entgegen.

Gegen 15.30 h legten die Radwanderer nach 50 km am Billerbecker Dom eine letzte Pause ein. Ab Billerbeck bestand die Wahl der unmittelbaren Bahnbenutzung oder die weitere Radelfahrt über den Baumberg zum 11 km entfernten Havixbecker Bahnhof. Von dort starteten insbesondere die mit einem PKW angereisten Teilnehmer zur Heimfahrt.

Werner Schmitz

 

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