Raus in die Natur. Rein ins Erlebnis

Mehrtagestouren

Rundlingsdörfer und Elbe im Wendland

Im Wendland / Niedersachsen waren in 2020 zum 2. Mal 10 Radler nach der Tourenplanung von Wolfgang Schürmann für 6 Tage unterwegs. Die Anreise war per Bahn oder Pkw möglich.

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Wofür entschieden sich die Besucher in solch`einer Region: für die geschichtsträchtige Elbe als Trennungslinie zwischen Ost und West oder idyllische Rundlingsdörfer? Dank zweier Hotels, eines in Damnatz direkt an der Elbe und das andere mitten im Rundlingsdorf Satemin bekamen die Mitfahrer beides vermittelt. Der Tourenleiter hatte perfekte Kontakte zu der einheimischen Bevölkerung. Die Führungen gaben Einblicke in ländliches naturnahes Wohnen in kleinsten Dorfeinheiten. Die absolute Grenzlage bis zur Wiedervereinigung in 1989 hat die Region mit ihren Bewohnern und der Natur geprägt. Auch heute kann man noch feststellen: Fuchs und Hase sagen sich dort gute Nacht !

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Die Radtouren führten auf 40 bis 60 km langen Touren entlang der ehemaligen Zonengrenze auf dem Elberadweg  bzw. um die Rundlingsdörfer im Wendland.

Im Niemandsland des Grünen Bandes zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt erlebten die Radler Natur pur : Biber, Kraniche und Rehwild haben dort ihr Reich ! Die Tour ist für 2021 erneut geplant !

Wanderführer, Bericht und Fotos: Wolfgang Schürmann


Bildegalerie: Mehrtagestour 2020 im Wendland

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Wanderfreizeit zum Jahreswechsel 2019/2020

In schwungvoller Fahrt geht es mit dem Schnellbus vom Münsteraner Hbf nach  Borlen – Burlo. Nach 3- stündiger Busfahrt kommen wir wohlbehalten voller Neugierde im Kloster Mariengarten, Borken-Burlo passend zum Mittagessen an.

Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein erfreute unserere Herzen, sodass wir es kaum erwarten konnten unsere erste Wandertour unter der Leitung von Martina Benneweg auf den Spuren der ehemaligen Schmuggler und Zöllner  zu unternehmen. Der berühmt berüchtigte Kommiesenpatt führte uns kreuz und quer durch die Burloer Wälder und Wiesen mit ihren auffälligen Landwehren mit Gräben und Büschen. Wir pendelten ständig zwischen niederländischem und deutschem Grund und Boden zwischen den Orten Burlo-Oeding und Winterswyk ohne jedoch Sorge davor zu haben wegen unserer ständigen Grenzübertritte behelligt zu werden. Dank der EU können wir uns frei grenzüberschreitend bewegen.

Die Landschaft beeindruckte uns an diesem Tag durch ihre Stille, durch die knorrigen Eichenbäume, die langen Alleen mit ihren majestätisch in den Himmel ragenden Baumkronen, deren Schatten im Laufe des Nachmittags immer länger und ausdrucksstärker wurden. Die Baumriesen wirkten noch magischer und majestätischer  im Hochnebel am Silvestermorgen, als wir unsere zweite Wandertour mit unserem versierten Natur- und Landschaftsführer machten. Der Wald wurde für uns an diesem Morgen zum Erlebnisraum, denn wir konnten durch das Baumbaden die wundervolle Ausstrahlung der Bäume auf uns und unsere Sinnesorgane erspüren.

Der eigentliche Höhepunkt dieser Wanderung wurde jedoch der Gänsemarsch über die Laufplanken durch das Vadingholter Hochmoor. Einzelne Bäume oder Strauchgruppen ragten wie Ergomanen einer besonderen Spezies in dieser unwegsamen nebeligen Kraterlandschaft als wenn sie Zeugen einer anderen Zeit gewesen seien. Literarische Assoziationen an A.v. Droste Hülshoffs „Der Knabe im Moor“ werden wieder lebendig: „Oh schaurig ist’s über’s Moor zu gehen …“.

Unser Wanderführer erläutert uns vor allem die Bedeutung des Hochmoores als Landschaft, dessen Klima ausgleichende Funktionen dem Menschen erst langsam wieder bewusst werden. Niederländisch -deutsche Kooperationen sind notwendig für die Renaturierung des Hochmoores, deren erste Ergebnisse langsam sichtbar werden.

Die erlebnisreiche Wandertour endet mit einem genuss- und stilvollen Picknick in der Venner Hütte, das von der Gattin des Natur- und Landschaftsführers zubereitet wurde.

Der erlebnisreiche Tag klingt aus mit einer Krippenbesichtigung in der Klosterkirche, einer feierlichen Messe zum Jahresausklang, einem reichhaltigen Abendessen mit Mitternachtssuppe und schwungvollem Doppelkopfspiel, bevor um Mitternacht mit Sekt und ohne Selters angestoßen wurde.

Die Fauna und Flora des Westlichen Münsterlandes erstrahlt am Neujahrsmorgen in einer winterlichen Pracht: Funkelnder rauher Reif in abertausenden von Diamanten von den Ästen der Bäume und deren Zweigen im Schein der grellen Wintersonne versetzen uns in eine intensive Betrachtung der kleinen und großen Schönheiten dieser malerisch wirkenden Landschaft am Neujahrsmorgen.

Still und kristallklar ruht der See  in den Wiesen im Wechsel mit den weiß lasierten Gräsern und Sträuchern, alles wirkt wie unberührt in einer beeindruckenden Unberührtheit;  einsam gelegene Gehöfte wirken fast verloren in dieser großen weiten offenen Landschaft, in der sie fast eine schillernde Verbindung eingehen mit ihrer natürlichen Umgebung. Fast andächtig bewundern wir die Schönheit und Erhabenheit dieser morgendlichen Neujahrslandschaft an dem Beginn eines neuen Jahrzehnts. Fast möchte man mit Tönne Vormann singen: „Mien Muönsterland, wat bist du schön…!.“

Im frühen Nachmittag kehren wir hungrig und durstig ein in das Restaurant Kamps, das am Schnittpunkt mehrer Wanderrouten in Borken – Barlo gelegen ist. Unsere Gruppe genießt in einer stilvollen und gemütlichen Mittagsrunde ein Essen à la Carte. Erst im Spätnachmittag kehren wir wieder in unser Quartier zurück und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

Am vierten Tag checken wir wieder aus und fahren mit dem Bus nach Borken. Von dort wandern wir in Richtung Jugendburg Gemen und treten die Heimreise in bester Stimmung nach einem Kaffeeklatsch in geselliger Runde mit dem Zug über Dorsten – Harvest und Coesfeld Richtung Münster Hbf. wieder an. Am Spätnachmittag sind wir alle wieder wohlbehalten in Münster angekommen.

Bericht: Barbara Kössendrup

Fotos: Martina Benneweg


Bildergalerie zur Wanderfreizeit

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